Dipl.-Psych. Dr. Torsten Porsch, Autor dieses Blogbeitrags

Zusammen mit meiner Kollegin Frau Dr. Pieschl forsche ich an der WWU Münster auch zum Thema Cyber-Mobbing. Cyber-Mobbing sind alle Formen von Schikane, Verunglimpfung, Betrug, Verrat und Ausgrenzung mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien (z.B. Internet und Handy), bei denen sich das Opfer hilflos oder ausgeliefert und (emotional) belastet fühlt oder bei denen es sich voraussichtlich so fühlen würde, falls es von diesen Vorfällen wüsste.

Während im englischsprachigen Raum bereits seit den 1990er Jahren zum Thema geforscht wird, finden sich in Deutschland Untersuchungen zum Thema seit ungefähr sechs Jahren. Cybermobbing unter Schülerinnen und Schülern ist weit verbreitet. Aktuelle Zahlen zeigen, dass bereits 36% der Schülerinnen und Schüler einmal als Opfer von Cyber-Mobbing betroffen waren. Die Arten des Cybermobbings sind genauso unterschiedlich wie die Schwere und Folgen der Attacken.

Der beste Schutz gegen Cybermobbing sind frühzeitige Präventionsmaßnahmen mit dem Ziel der Ausbildung einer angemessenen Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen. Wenn es doch zu Cyber-Mobbing-Vorfällen kommt, gilt es, jede Reaktion genau zu überdenken. Nie sollte auf Schikane u. ä. im Netz mit ähnlichem Verhalten geantwortet werden, denn dies bestätigt nur den Täter und führt zum Aufschaukeln der Situation. Beweise sichern ist in jedem Fall sinnvoll, also E-Mails oder SMS nicht löschen, Screenshots von Beiträgen / Bildern auf den Internetseiten zu machen. Es ist oft hilfreich, den Betreiber des Internetangebots die Vorfälle zu melden.

Opfer von Cyber-Mobbing sollten sich bei Freunden, Eltern oder anderen Vertrauenspersonen Hilfe holen. Werden keine Ansprechpartner gefunden, können sie sich auch anonym und kostenfrei von Handy und Festnetz an eine bundesweite „Nummer gegen Kummer“ (0800 111 0333) wenden oder sich von Gleichaltrigen im Internet beraten lassen (www.juuuport.de). (mehr dazu hier!)

*Diplom Psychologe Dr. Torsten Porsch ist als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Westfälischen Wilhelms Universität Münster im Institut für Psychologie angestellt und forscht mit seiner Kollegin Frau Dr. Pieschl zum Thema „Cyber-Mobbing“*

Bekennen Sie Farbe gegen Cyber-Mobbing!

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