Adrian, Autor dieses Blogbeitrags

Ich arbeite als Scout auf der Plattform www.juuuport.de. Dort helfe ich ehrenamtlich anderen Jugendlichen, die beispielsweise im Internet gemobbt oder abgezockt werden.

Wenn Jugendliche Probleme im Netz haben, besprechen sie diese häufig lieber mit Gleichaltrigen, deshalb beraten auf juuuport auch keine Erwachsenen, sondern andere Jugendliche. juuuport ist eine Plattform von Jugendlichen, also uns, für Jugendliche, weil wir denken, dass wir am besten „auf Augenhöhe“ beraten können und die Probleme Jugendlicher (besonders im Internet) oft besser nachvollziehen können.

Die Themen, um die sich unsere Beratungsanfragen drehen, sind sehr vielfältig. Grob kann man sie in die Kategorien Mobbing, Abzockfallen, Recht, Belästigung und Datenschutz einteilen, wobei bei uns (Cyber-)Mobbing den deutlich größten Anteil einnimmt. Bei den Beratungsanfragen zum Thema Cyber-Mobbing merken wir, wie leicht es häufig im Internet fällt, Andere zu mobben: Die Hemmschwelle, Leute zu beleidigen oder zu diffamieren scheint deutlich niedriger zu sein, wenn man dem Opfer hierbei nicht direkt „in die Augen gucken“ muss. Manchmal fängt es mit einem „Spaß“ an, der dann ausartet, teilweise wird aber auch ganz gezielt fertiggemacht.

Das Internet für Mobbing verantwortlich zu machen, ist meiner Ansicht nach falsch. Mobbing ist eher ein gesellschaftliches Problem, als ein Problem des Internets – letztendlich sind es immer Menschen, die sich die Beleidigungen ausdenken. Deshalb ist Aufklärung über Cyber-Mobbing, seine Ursachen und Folgen, besonders wichtig.

Es ist kaum möglich, sich komplett vor Mobbing-Attacken zu schützen. Auf die Nutzung sozialer Netzwerke zu verzichten, ist keine Lösung, da beleidigende Kommentare oder Bilder auch ohne ein Profil des Opfers verbreitet werden können. Trotzdem raten wir beispielsweise zur Datensparsamkeit, um möglichen Attacken wenig Angriffsfläche zu bieten.

Wer Opfer von Mobbing im Internet ist, sollte zunächst versuchen sich Unterstützung zu suchen. Das können Freunde, Eltern oder Lehrer und natürlich auch wir Scouts bei juuuport sein. Mit Hilfe steht man immer besser da als alleine und kann auch die Konflikte in der Realität, an die die Mobbing-Attacken im Internet häufig anknüpfen, am besten lösen.
Besonders wichtig ist es auch gegen die beleidigenden Kommentare, Bilder oder Videos im Netz vorzugehen. Dabei hilft oft auch der Betreiber, indem man etwa die besagten Inhalte meldet.

Wie alle Scouts bei juuuport habe ich eine spezielle Ausbildung gemacht. Bei der Ausbildung diskutieren wir gemeinsam Lösungen für Webprobleme und lassen uns in ganz praktischen Themen wie Recht und Online-Beratung schulen. Die Ausbildungen sind gleichzeitig auch immer „Treffen“ für alle Scouts, da wir mittlerweile aus ganz Deutschland kommen. Wie viel Zeit man als Scout in juuuport investiert, kann jeder für sich selbst festlegen. Fast alle von uns gehen noch zur Schule.

Ich hoffe natürlich, dass noch mehr Jugendliche Lust haben, sich für ein respektvolles Miteinander im Web einzusetzen – auf juuuport, aber auch überall im Netz.

Weisen Sie Ihre Freunde darauf hin!

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